Der Sportverein SV Schefflenz aus dem Neckar-Odenwald-Kreis verfolgt mit seinem Projekt "Nachhaltigkeit bewegt" ein ganzheitliches Konzept, um Vereinsleben und Sportanlagen konsequent umweltfreundlicher und ressourcenschonender zu gestalten. Durch zahlreiche Maßnahmen - darunter die Umrüstung auf energieeffiziente LED-Beleuchtung, den Einsatz moderner Heiztechnik, bauliche Verbesserungen, Regenwassernutzung sowie die Installation von Photovoltaikanlagen - leistet der Verein einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und verbindet sportliches Engagement mit ökologischer Verantwortung. Ziel des Projekts ist es nicht nur, den Energieverbrauch und den C02-Ausstoß zu senken, sondern auch Mitglieder und Öffentlichkeit für nachhaltiges Handeln zu sensibilisieren.
Die Sportvereinigung Schefflenz ist ein Mehrspartenverein mit über 600 Mitgliedern. Schwerpunkt ist die Fußballabteilung, ergänzt durch Volleyball, Breitensport und Schützen. Der Verein betreibt zwei Sportplätze, zwei Sportheime sowie ein Schützenhaus mit acht Bahnen. Im Fußball sind sieben Juniorenteams, zwei Seniorenmannschaften und ein AH-Team aktiv. Der Breitensport umfasst drei üso-Gruppen mit Gymnastik, Nordic Walking und Fitness sowie eine Kinderturngruppe für über so Kinder im Alter von eineinhalb bis sieben Jahren.
Die Projektidee wurde in einem klar strukturierten Plan entwickelt, der die Maßnahmen zeitlich und finanziell festlegte. ,,Unsere Idee war es, den Verein mit nachhaltigen Maßnahmen zu einem Vorbild für Mitglieder und Nachwuchs im eigenen Handeln zu machen. Ziel ist es, die Organisation ökologisch zukunftsfähig aufzustellen und dadurch sowohl für bestehende als auch für neue Mitglieder attraktiv zu bleiben", erklärt Denis Englert, erster Vorsitzender des Vereins. Dabei setzte der Verein bewusst auf realistische, finanzierbare Schritte. Die Einbindung von Sponsoren und Partnern spielte von Beginn an eine zentrale Rolle, da viele Maßnahmen ohne diese Unterstützung nicht umsetzbar gewesen wären.
Auszeichnung durch den WLSB
In einer vereinsinternen Klima-Projektgruppe, bestehend aus ehrenamtlichen Mitgliedern der Vorstandschaft und Beisitzern, wurden mögliche Maßnahmen erarbeitet und priorisiert. Sämtliche Projekte und Einzelmaßnahmen wurden im Vorstand abgestimmt und sowohl zeitlich als auch finanziell geplant. Entscheidend für die Umsetzung war zudem die Nutzung von Sportförderprogrammen und Fördermitteln, ohne die groß angelegte Investitionen für einen Dorfverein kaum realisierbar gewesen wären. Dass ein Verein ein derart umfassendes Projekt stemmen kann, ist für Bürgermeister Raphael Hoffmann ein bemerkenswertes Signal für die Gemeinde. In einer Kommune mit rund 4.000 Einwohnerinnen und Einwohnern seien die Ressourcen naturgemäß begrenzt - nicht nur finanziell. ,,Was die SV Schefflenz im Rahmen ihres Nachhaltigkeitsprojekts an hochqualifizierter ehrenamtlicher Arbeit geleistet hat, wäre für die Kommune so nicht umsetzbar gewesen."
Der Bürgermeister hebt insbesondere die Struktur und Professionalität innerhalb des Vereins hervor. Mit klaren Zielen und großem Engagement im Vorstand gelinge es, Fachkompetenz zu bündeln - von der strategischen Planung über die Fördermittelakquise bis hin zur konkreten Umsetzung. Entscheidend sei dabei, Kompetenzen zu erkennen und Menschen zu gewinnen, die Verantwortung übernehmen. ,,Und am Ende packen alle gemeinsam an. Das stärkt nicht nur den Verein, sondern unser ganzes Dorf", so Hoffmann.
Ein weiterer Vorteil liege in der Handlungsfähigkeit von Vereinen. Trotz aller bürokratischen Anforderungen könnten diese oft schneller entscheiden und agieren als kommunale Verwaltungen. Angesichts knapper Mittel werde sich die Gemeinde künftig noch stärker auf Pflichtaufgaben konzentrieren müssen. Umso wertvoller sei es, wenn ein Verein eigenständig Ressourcen mobilisiere und Projekte vorantreibe. Für Hoffmann ist klar: ,,Genau diese Energie lässt Schefflenz strahlen. Sie schafft Gemeinschaft, Zusammenhalt und Zuversicht für eine positive Zukunft."
Für ihr Engagement wurde die Sportvereinigung Schefflenz mit dem mit 4.000 Euro dotierten Förderpreis der Sportstiftung des Württembergischen Landessportbundes (WLSB) in der Kategorie ,,Klimaschutz & Nachhaltigkeit im Sport" ausgezeichnet. Damit ist der Verein der erste aus dem Sportkreis Mosbach, der diese Ehrung seit Bestehen des Wettbewerbs gewinnen konnte. Zudem konnte die SV Schefflenz als erster Verein in Baden-Württemberg die neu geschaffene Kategorie für sich entscheiden.
In seiner Laudatio würdigte Landrat a.D. Heiko Schmid das Projekt als beispielhafte Initiative eines ländlichen Sportvereins: ,,Mit ihrem Klimaprojekt hat die Sportvereinigung Schefflenz ein durchdachtes Konzept für ihre Vereinssportanlagen initiiert, das den nachhaltigen Umgang mit den begrenzten Ressourcen deutlich macht." Allein in den vergangenen fünf Jahren investierte der Verein über 180.000 Euro in energie- und ressourcenschonende Maßnahmen.
Die bisher erreichten Ziele
Die Sportvereinigung Schefflenz verfolgt ihre Nachhaltigkeitsstrategie bereits seit 2016. Zum Projektstart wurden konkrete Maßnahmen und Energieeinsparpotenziale definiert, begleitet von der Umrüstung der .Sportplatzbeleuchtung in Mittelschefflenz auf eine moderne LEDFlutlichtanlage. Ein weiterer wichtiger Schritt folgte 2020, als die Ölheizung im Sportheim Unterschefflenz durch eine Pelletheizung ersetzt wurde. 2021 investierte der Verein in den Austausch alter Fenster gegen moderne Isolierglasfenster.
Im Jahr 2024 setzte der Verein mehrere Projekte um: den Einbau einer Regenwasserzisterne zur Beregnung der Sportanlagen sowie die Installation einer leistungsstarken Wärmepumpe im Sportheim Mittelschefflenz. 2025 erfolgte der Aufbau einer weitgehend autarken Stromversorgung - über eine Strom-Cloud in Verbindung mit zwei Photovoltaikanlagen (je 21,3 kWp) und Batteriespeichern (je 11 kWh) an beiden Sportheimen. Insgesamt wird das SVS-Klima-Paket voraussichtlich rund 13 Tonnen C02 pro Jahr einsparen.
Bei allen Maßnahmen setzte der Verein auf ein hohes Maß an Eigenleistungen durch ehrenamtliche Helfer. Die fachliche Expertise von Mitgliedern und regionalen Partnerbetrieben trug maßgeblich dazu bei, dass die Projekte technisch auf aktuellem Stand umgesetzt und wirtschaftlich sinnvoll realisiert werden konnten.