"Eine beispielhafte Initiative" - Magazin die:gemeinde berichtet über SV Schefflenz

Die Sportvereinigung Schefflenz verfolgt mit ihrem Projekt „Nachhaltigkeit bewegt" eine konsequente Strategie zur umweltfreundlichen Modernisierung ihrer Vereins-Anlagen. Durch Investitionen in energieeffiziente Technik, erneuerbare Energien und ressourcenschonende Infrastruktur verbindet der Verein Klimaschutz mit praktischer Vereinsarbeit - ein Engagement, das inzwischen auch überregional Anerkennung findet. Unser Gastautor Tobias Hornung stellt das Projekt vor.

"Eine beispielhafte Initiative" - Magazin die:gemeinde berichtet über SV Schefflenz
Auszug aus die:gemeinde, Organ des Gemeindetags Baden-Württemberg

Der Sportverein SV Schefflenz aus  dem Neckar-Odenwald-Kreis verfolgt mit seinem Projekt "Nachhaltigkeit bewegt" ein ganzheitliches Konzept, um Vereinsleben und Sport­anlagen konsequent umweltfreundlicher und ressourcenschonender zu gestalten. Durch zahlreiche Maßnahmen - darun­ter die Umrüstung auf energieeffiziente LED-Beleuchtung, den Einsatz moderner Heiztechnik, bauliche Verbesserungen, Regenwassernutzung sowie die Instal­lation von Photovoltaikanlagen - leistet der Verein einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und verbindet sportliches Engagement mit ökologischer Verant­wortung. Ziel des Projekts ist es nicht nur, den Energieverbrauch und den C02-Ausstoß zu senken, sondern auch Mitglieder und Öffentlichkeit für nach­haltiges Handeln zu sensibilisieren. 


Die Sportvereinigung Schefflenz ist ein Mehrspartenverein mit über 600 Mitgliedern. Schwerpunkt ist die Fuß­ballabteilung, ergänzt durch Volleyball, Breitensport und Schützen. Der Verein betreibt zwei Sportplätze, zwei Sport­heime sowie ein Schützenhaus mit acht Bahnen. Im Fußball sind sieben Junio­renteams, zwei Seniorenmannschaften und ein AH-Team aktiv. Der Breitensport umfasst drei üso-Gruppen mit Gymnastik, Nordic Walking und Fitness sowie eine Kinderturngruppe für über so Kinder im Alter von eineinhalb bis sieben Jahren. 


Die Projektidee wurde in einem klar strukturierten Plan entwickelt, der die Maßnahmen zeitlich und finanziell fest­legte. ,,Unsere Idee war es, den Verein mit nachhaltigen Maßnahmen zu einem Vorbild für Mitglieder und Nachwuchs im eigenen Handeln zu machen. Ziel ist es, die Organisation ökologisch zu­kunftsfähig aufzustellen und dadurch sowohl für bestehende als auch für neue Mitglieder attraktiv zu bleiben", erklärt Denis Englert, erster Vorsitzender des Vereins. Dabei setzte der Verein bewusst auf realistische, finanzierbare Schritte. Die Einbindung von Sponsoren und Part­nern spielte von Beginn an eine zentrale Rolle, da viele Maßnahmen ohne diese Unterstützung nicht umsetzbar gewe­sen wären. 


Auszeichnung durch den WLSB 
In einer vereinsinternen Klima-Projekt­gruppe, bestehend aus ehrenamtlichen Mitgliedern der Vorstandschaft und Bei­sitzern, wurden mögliche Maßnahmen erarbeitet und priorisiert. Sämtliche Pro­jekte und Einzelmaßnahmen wurden im Vorstand abgestimmt und sowohl zeitlich als auch finanziell geplant. Ent­scheidend für die Umsetzung war zudem die Nutzung von Sportförderprogram­men und Fördermitteln, ohne die groß angelegte Investitionen für einen Dorf­verein kaum realisierbar gewesen wären. Dass ein Verein ein derart umfassendes Projekt stemmen kann, ist für Bürger­meister Raphael Hoffmann ein bemer­kenswertes Signal für die Gemeinde. In einer Kommune mit rund 4.000 Einwoh­nerinnen und Einwohnern seien die Res­sourcen naturgemäß begrenzt - nicht nur finanziell. ,,Was die SV Schefflenz im Rahmen ihres Nachhaltigkeitspro­jekts an hochqualifizierter ehrenamt­licher Arbeit geleistet hat, wäre für die Kommune so nicht umsetzbar gewesen." 
Der Bürgermeister hebt insbesondere die Struktur und Professionalität in­nerhalb des Vereins hervor. Mit klaren Zielen und großem Engagement im Vorstand gelinge es, Fachkompetenz zu bündeln - von der strategischen Planung über die Fördermittelakquise bis hin zur konkreten Umsetzung. Ent­scheidend sei dabei, Kompetenzen zu erkennen und Menschen zu gewinnen, die Verantwortung übernehmen. ,,Und am Ende packen alle gemeinsam an. Das stärkt nicht nur den Verein, sondern unser ganzes Dorf", so Hoffmann. 


Ein weiterer Vorteil liege in der Hand­lungsfähigkeit von Vereinen. Trotz aller bürokratischen Anforderungen könn­ten diese oft schneller entscheiden und agieren als kommunale Verwaltungen. Angesichts knapper Mittel werde sich die Gemeinde künftig noch stärker auf Pflichtaufgaben konzentrieren müssen. Umso wertvoller sei es, wenn ein Verein eigenständig Ressourcen mobilisiere und Projekte vorantreibe. Für Hoffmann ist klar: ,,Genau diese Energie lässt Scheff­lenz strahlen. Sie schafft Gemeinschaft, Zusammenhalt und Zuversicht für eine positive Zukunft." 


Für ihr Engagement wurde die Sportver­einigung Schefflenz mit dem mit 4.000 Euro dotierten Förderpreis der Sport­stiftung des Württembergischen Landes­sportbundes (WLSB) in der Kategorie ,,Klimaschutz & Nachhaltigkeit im Sport" ausgezeichnet. Damit ist der Verein der erste aus dem Sportkreis Mosbach, der diese Ehrung seit Bestehen des Wettbe­werbs gewinnen konnte. Zudem konnte die SV Schefflenz als erster Verein in Baden-Württemberg die neu geschaffene Kategorie für sich entscheiden. 
In seiner Laudatio würdigte Landrat a.D. Heiko Schmid das Projekt als beispiel­hafte Initiative eines ländlichen Sport­vereins: ,,Mit ihrem Klimaprojekt hat die Sportvereinigung Schefflenz ein durch­dachtes Konzept für ihre Vereinssport­anlagen initiiert, das den nachhaltigen Umgang mit den begrenzten Ressourcen deutlich macht." Allein in den vergange­nen fünf Jahren investierte der Verein über 180.000 Euro in energie- und res­sourcenschonende Maßnahmen. 


Die bisher erreichten Ziele 
Die Sportvereinigung Schefflenz verfolgt ihre Nachhaltigkeitsstrategie bereits seit 2016. Zum Projektstart wurden konkrete Maßnahmen und Energieeinsparpoten­ziale definiert, begleitet von der Um­rüstung der .Sportplatzbeleuchtung in Mittelschefflenz auf eine moderne LED­Flutlichtanlage. Ein weiterer wichtiger Schritt folgte 2020, als die Ölheizung im Sportheim Unterschefflenz durch eine Pelletheizung ersetzt wurde. 2021 inves­tierte der Verein in den Austausch alter Fenster gegen moderne Isolierglasfenster. 
Im Jahr 2024 setzte der Verein meh­rere Projekte um: den Einbau einer Regenwasserzisterne zur Beregnung der Sportanlagen sowie die Installation einer leistungsstarken Wärmepumpe im Sportheim Mittelschefflenz. 2025 erfolgte der Aufbau einer weitgehend autarken Stromversorgung - über eine Strom-Cloud in Verbindung mit zwei Photovoltaikanlagen (je 21,3 kWp) und Batteriespeichern (je 11 kWh) an bei­den Sportheimen. Insgesamt wird das SVS-Klima-Paket voraussichtlich rund 13 Tonnen C02 pro Jahr einsparen. 
Bei allen Maßnahmen setzte der Verein auf ein hohes Maß an Eigenleistungen durch ehrenamtliche Helfer. Die fachliche Expertise von Mitgliedern und regiona­len Partnerbetrieben trug maßgeblich dazu bei, dass die Projekte technisch auf aktuellem Stand umgesetzt und wirtschaftlich sinnvoll realisiert werden konnten.  

Veröffentlicht am 18.3.2026
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